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„Prüfen, Rufen, Drücken“

Bildungsministerin Yvonne Gebauer zu Gast am Petrinum im Rahmen der Kooperation mit dem Prosper Hospital zur "Woche der Wiederbelebung"


Ein Vortrag besonderer Art mit ungewöhnlichen Gästen erwartete die Zuhörerschaft am Freitag, 22.9.2016 in der 5. in der Aula unserer Schule!

Zur Woche der Wiederbelebung, die von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Notfallmedizin bundesweit initiiert wird, führte das Gymnasium Petrinum unter Federführung von Herrn Terhorst nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Prosper-Hospital zum zweiten Mal ein gemeinsam geplantes Projekt durch, das einen Theorie- und Praxisteil zu alltagsrelevanten Notfallmaßnahmen umfasst.

Etwa 50 Sporthelfer, Schulsanitäter und Hausaufgabenbetreuer wurden von Dr. David und Dr. Gelleschun in die Theorie und Praxis der Notfallmedizin und Wiederbelebung eingeführt. Nach einem kurzen Einblick in die Geschichte der Anästhesie erläuterten sie ihre Aufgabenbereiche sowie anatomische Grundbegriffe von Herz und Lunge und erklärten die Sauerstoffversorgung der Organe. Überleitend zum zweiten Teil des Vortrags erhielten die Zuhörer Informationen zu dem Mechanismus der Herz-Druck-Massage. Was kann man als Laie tun? Diese Frage stellte Herr Dr. med. Gelleschun in den Mittelpunkt des zweiten Fortragsteils: „Prüfen, Rufen, Drücken“ – drei ganz einfache Schritte, die jeder beherrschen kann und die Leben retten. Wie nötig diese Schulung ist, beweist ein Vergleich Deutschlands mit anderen Ländern, in denen ein weitaus höherer Prozentsatz geretteter Menschen zu verzeichnen ist.

Ihren Vortrag unterlegten Herr David und Herr Gelleschun mit beeindruckendem Bildmaterial und sie wussten die Zuhörerschaft zu fesseln! Alle waren sich im Anschluss einig: prima! Kein medizinisches Kauderwelsch, sondern eine adressatenbezogene Informationsvermittlung.

Als besonderer Gast wohnten unter anderem Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung der neuen Landesregierung, und Bürgermeister Cristoph Tesche der Veranstaltung bei, um im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ die landesweite Kampagne „Schüler retten Leben“ zu eröffnen. Sie soll Schülern das Einmaleins der Reanimation beibringen. Grundlage dafür ist eine finanzielle Unterstützung des Landesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), der die Gummipuppen mit dem Namen „Little Anne“ für die Schüler bereitstellt. Eine erste Übungsphase zur Weiderbelebung schloss sich an die Vorträge von Herrn David und Herrn Gelleschun an. Die intensive Praxisschulung, in deren Rahmen unsere Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen von Notfallmedizinern und Pflegekräften betreut werden und an professionellem Equipment alle Handgriffe und Kniffe lernen werden, auf die es im Ernstfall ankommt, findet dann am 29. September direkt im Prosper-Hospital statt.

Yvonne Gebauer erklärte in ihrer Eröffnungsrede: „Jährlich könnten in Deutschland 10 000 Menschenleben durch Reanimationsmaßnahmen gerettet werden.“ Die Pläne sehen konkret vor, dass zunächst 100 Schulen – 20 aus jedem Regierungsbezirk – mit der gezielten Ausbildung starten und von der BKK mit den Dummys ausgestattet werden. Später sollen möglichst alle Schulen im Land die Erste Hilfe im Unterricht behandeln. Zusätzlich präsentierte der Verband seine neue kostenfreie Erste-Hilfe-App „Ich kann Leben retten“. Dr. Dirk Janssen, stellvertretender Vorstand der BKK in NRW, gab an, das Programm sei als Gedächtnisstütze im Ernstfall sehr hilfreich, sie könne die praktische Ausbildung jedoch nicht ersetzen.

Als Gastredner betonte Prof. Dr. Hugo van Aken, der Initiator der „Woche der Wiederbelebung“, die Bedeutung einer grundlegenden Reanimationsausbildung: „Die Schüler wirken als Multiplikatoren in der Familie und im Freundeskreis.“ Wichtig sei es, Ängste abzubauen, denn einen Fehler könne nur der begehen, der nicht helfe.

„Ich finde es gut, dass wir die wichtigsten Handgriffe jetzt auch in der Schule lernen, schließlich muss ich ja helfen, wenn neben mir jemand umfällt“, sagt der 14-jährige Julius, der nun ein Exemplar der „Little Anne“ mit nach Hause nehmen darf. Abschließend bleiben allen die Worte von Michael Rembiak im Kopf: „Nichts ist wertvoller als das Leben.“


Von: Homepage AG, Recklinghäuser Zeitung vom 23.09.2017