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„Du sollst leben!“

Zeitzeuge Sally Perel zu Gast im Petrinum


„Du sollst leben!“, habe seine Mutter ihm eingeschärft, bevor sie ihn im polnischen Lodz aus den Händen gegeben habe. Sie wusste: Es sollte ein Abschied für immer sein.

Als der jüdische Holocaust-Zeitzeuge Sally Perel den Schülerinnen und Schülern der Jgst. EF und Q1 und weitere interessierten Petrinern und Gästen diese Episode aus seiner atemberaubenden Vita erzählt, ist es bedrückend still in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula.

Auf seiner vierwöchigen Vortragsreise machte er am Mittwoch (10.05.) auch am Petrinum Halt und stellte seine Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ vor: Als jüdischer Junge war er auf Umwegen in die Hitlerjugend geraten und hat so „in der Haut des Feindes“ den Nationalsozialismus unentdeckt überlebt.

Berichte über das Erlebte, seinen inneren Zwiespalt, seine Wahrnehmung von Rassenwahn und antisemitischer Indoktrination ließen seine Zuhörer die Verantwortung, die auch ihnen mit der deutschen Geschichte aufgegeben ist, hautnah erleben. Seine etwas andere (Geschichts-)Stunde beendete Sally Perel mit einem eindrücklichen Appell an die jungen Menschen: „Ihr habt keine Schuld an dem, was geschehen ist. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nicht verhindert, dass es wieder geschieht. Ihr könnt nicht mehr behaupten, nichts gewusst zu haben.“

Wir danken dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Recklinghausen als Ansprechpartner für diese außergewöhnliche Begegnung und ebenso Sally Perel, der sich im Anschluss an seinen Vortrag viel Zeit für die Fragen der Schülerinnen und Schüler nahm.


Von: Gesa Sebbel und Martin Willebrand